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Donnerstag, 26. Juli 2012

In Ilm, um Ilm, um Ilm herum...

Um 9 Uhr war Treffpunkt in Innsbruck, um 10 Uhr gings los am Gasthof Feuerstein im Gschnitztal. Steil rauf auf die 1.300 m höher gelegene Innsbrucker Hütte. 

Nach den obligatorischen "Kässpätzle" und zwei großen Cokes mit Zitrone war der Magen bereit für einen nachmittäglichen Klettersteig.

Diesen Steig, genannt "Ilmspitze" erreicht man nach ca. einer Stunde Zustieg und der schiere Anblick rang uns ein: " was, da wollen wir rauf?" ab.

Dünnes, durchhängendes Drahtgeseile und rostige, verbogene Haken (wenn überhaupt) machten das Ganze auch nicht gleich besser. Aber landschaftlich und von den Tiefblicken und Ausblicken auf die umgebenden Stubaier Berge her war dieser Ilmspitz-Klettersteig vom ganz Feinen.

Der Abstieg führte uns an mehreren, steilen Geröllhalden und zahlreichen Steinböcken vorbei. Und danach waren wir froh, das alles unbeschadet erlebt haben zu dürfen.

Abends waren zwei kühle Blonde und ein deftiger (und später für starkes Sodbrennen verantwortlicher) Kaiserschmarren notwendig, um wieder korrekt zu funktionieren. Und ab gings um zehn Uhr in die Falle, nach interessanten Diskussionen mit Bäckern, Gärtnern und Buchhaltern.


Falle = Matratzenlager für 8 lauthals schnarrchende und zeitweise unter den kratzigen Wolldecken verstohlen furzende Mitschläfer. Berg heilt.

Freitag, 4. Mai 2012

Inntal Blue Hour

Langes Schatten-Werfen am Martinsbühel, Zirl. Geknipst mit dem iPhone und HDR! Mit ruhiger Hand nach der obligat. Klettersteig-Runde.

Den Kühen war's egal...

Samstag, 29. Oktober 2011

Absamer Klettersteig

Ein halbes Jahr hab ich ihn mir bereits vorgenommen, den neuen Absamer Klettersteig. 

Dieser führt nahe dem oberen Parkplatz um die 600 Höhenmeter hinauf, wurde sehr schön geführt, gesichert und man hat permanent einen traumhaften Ausblicken auf das ganze Halltal bis zum Stempel- und Lafatscherjoch.

Nach dem Ausstieg hat man dann noch ca. 300 lockere Höhenmeter vor sich bis zur Bettelwurfhütte. Diese ist um diese Jahreszeit nicht mehr bewirtschaftet, doch der klare Blick ins Inntal und auf die Tuxer Berge entschädigt vieles.

Hinunter gehts dann recht steil, nicht sehr knieschonend und mit einem nicht zu geringen Geröllanteil... Berg heilt!

Minigalerie

Dienstag, 12. Juli 2011

Vie Ferrate (Bergsteiger-Latein)

Nach einem kleinen Frühstückchen waren Benni und ich am Dienstag um 7 Uhr morgens bereits unterwegs nach Salzburg. Endlich wieder einmal Laura umarmen! Und das bei einem Sommertag erster Güte.

Gleich nach der Ankunft (der Herren) gings ab zum Salzburger City Wall Klettersteig am Kapuzinerberg. Dieser schaut von unten eher mickrig aus - sollte aber aufgrund mehrerer knackiger Überhänge nicht unterschätzt werden.

Verschwitzt, im Outfit erfahrener Alpinisten und gut gelaunt mussten sogleich ein paar Kuchenstücke bei Tomaselli am Alten Markt eingeworfen werden.

Bevor wir dort Wurzeln schlagen konnten, waren wir schon wieder unterwegs, vorbei am idyllischen Wolfgangsee, zum Postalm Klettersteig. Völlig dehydriert ob der mehrstündigen Sonneneinstrahlung und kräftezehrenden Körperertüchtigung galt es anschließend, den Flüssigkeitshaushalt wieder auf Normalstand zu bringen. Z.B.: "Ananas-Kokos" aufgespritzt mit Soda auf 2 Liter. Nachdem der Durst endlich bekämpft war, konnte ein Eislutscher zur Abkühlung nicht schaden. Aber erst die "Ofenfrische" für dannach konnte unseren gröbsten Hunger stillen.



Ich habs genossen mit den zwei Klettersteig-Azubis und freu mich schon auf die Bezwingung der nächsten Eisenwege. Berg heilt.

Samstag, 25. Juni 2011

Zwei auf einen Streich

Nach einem ausgiebigen Frühstückchen gings in der Früh mit der bayerischen Hornisse nach Ehrwald. Ein gefühlt zehn Kilometer langer Stau wurde einfach überholt - eine Kuhherde musste von zwei Polizisten über die Straße geführt werden, anschließende Reinigung der Straße durch die Feuerwehr inklusive...

Seeben Klettersteig

Von der Talstation der Gondelbahn Ehrwalder Alm gings dann um ca. 10.30 Uhr los. Der Zustieg zum Seeben Klettersteig dauerte ca. 30 Minuten. Und vor dem Einstieg war schon eine Traube Germanen damit beschäftigt, in den Klettergurt reinzufinden ohne umzufallen.

Die Kletterei hier war nicht ohne: Der ergiebige nächtliche Regen, die Feuchtigkeit durch den nahen tosenden Wasserfall, die von Gletscherhand glattgeschliffenen Platten und das lehmverkrustete Profil meiner Klettersteigpatschen machten ein Klettern mit starkem Einsatz der Arme notwendig... Trotzdem behagten mir die spärliche Anzahl an Eisengriffen und -tritten gut und auch, dass an den kritischen Stellen am Seil Gummi-Dämpfungselemente der italienischen Fa. Kong gegen extreme Fallstöße eingebaut wurden.

Oben angekommen gings dann ca. eine Stunde zum idyllischen Seebensee, daran links vorbei, um den Berg herum zum nächsten Einstieg.

Tajakante Klettersteig

Dieser Steig führt elegant und gut versichert entlang eines Grates ca. 600 Höhenmeter nach oben.

Der Ausblick ist gewaltig: unten der Seebensee, die Coburger Hütte und auf der anderen Seite das Zugspitzmassiv. Wenn man oben am "Vorderen Tajakopf", 2.450m,  angekommen ist, erblickt man auch das Gaistal in beinahe voller Länge.

Oben hat es ganz leicht geschneit, die Anderen waren mit warmen Anoraks, gemütlichen Mützen, Handschuhen und Gamaschen unterwegs - aber auch ich war mit meiner "kleinen schwarzen" Turnhose und einem durchgeschwitzen Baumwoll T-Shirt bestens gegen die Unbill des Wetters gerüstet. Vielleicht hätte mir die Baumwolle nicht gleich auf dem Rücken festfrieren müssen. Auch war mein 350 ml Wasserbeutelchen für eine Tagestour leicht unterdimensioniert. Meine Ultralight Wanderstecken (daheim) hätt' ich für den zachen Abstieg gut gebrauchen können und ich weiß jetzt auch, dass ich von Dextro-Energy-Traubenzucker leichtes Sodbrennen bekomme. Mit den Klettersteigschuhen über 1000 Höhenmeter absteigen war auch nicht so der Hammer. Aber - Berg heilt!


Und hier noch ein paar Bonus-Bilder: alle mit Kinder-Plastikkamera-Optik!

Samstag, 4. Juni 2011

Ich schau ja aus wie Hulle...

meinte Christian, als wir uns nach der Bergtour bei den Schwiegerleuten retourmelden wollten...

Mit der Gondel gings mit einigen Downhillern rauf zur Seegrube und weiter bis zum Hafelekar (die Bahn gibts seit 1928!).

Von dort ist man nach wenigen Aufwärm-Metern beim Einstieg zum Innsbrucker Klettersteig. Der Klettersteig zeichnet sich einerseits durch eindrucksvolle Tal- und Panoramablicke, andererseits durch viel loses Material und wackelige Befestigung der Hacken und Drahtseile aus. Der Steig führt in Richtung Westen meist entlang dem Grat und über mehrere kleine Berggipfel, wie den Östlichen, Mittleren und Westlichen Kaminspitzen und vorbei am 2.482m hohen Kemacher.

Hier haben Christian und ich die erste Brotzeit zu uns genommen und uns von vier jungen Deutschen Wilden erklären lassen, wie sie sich von Biwakschachtel zu Biwakschachtel schlafen...

Weiter gings zum Langen Sattel, wo sich der Weg gabelt, der eine zurück zur Seegrube (1h - den hab ich gegenüber Christian aber lieber mal verschwiegen), der andere weiter zum Frau-Hit-Sattel. Nachdem es aber erst kurz nach 18 Uhr war, nahmen wir die nächste Passage zur Frauhuet - wie sie zur Zeit Maximilians noch genannt wurde. Hier drängte dann doch langsam die Zeit, dichter Nebel kam vom Tal aufwärts und wechselte über uns seinen Aggregatszustand. Blitzartig wurde es mangels Lichteinfall duster, die kleine Schafherde oben nahe dem Joch rottete sich zusammen. Begleitet von bedrohlichem Donnern gings dann runter zur Höttinger Alm und schließlich zur Hungerburg, wo wir ca. um 21.30 Uhr durchnässt und entkräftigt von Olli mit einem leckeren Capucchino belohnt wurden.

Kleine Fotogalerie

Sonntag, 24. April 2011

Kaisermaxolive

Nach einem fulminanten, vormittäglichen Osterbrunch mit allem Drum und Drann musste Oliver natürlich mittags g'schwind wieder Colesterin, Glukose und Ballaststoffe beim Einradtraining und anschließenden Kaiser-Maxl-Klettersteig loswerden! Berg Heil!

Samstag, 26. März 2011

Lochkamera mit Heisenbergscher Unschärferelation

Ernesto - mein 83-jähriger Klettersteig-Kamerad hat in seinem gleich alten knallgrauen Rucksack eine Camera Obscura versteckt, Modell Daguerre, und im heurigen "Hoch"-Winter diese Perle an Farbe, Schärfe und Motiv geschossen!

(Die Signatur des Künstlers findet man fast täglich neu im roten Martins-Wandbuch.)

Nach dem Skilauf am Vormittag hängt er bei Schönwetter noch eine Klettersteigrunde über die zwei Sektionen auf der Martinswand drann.

Respektzoll...!

"Bevor ich daheim staubsaugen und Geschirr waschen muss, geh ich lieber klettern..." gibt Ernst mit der Lautstärke eines startenden russischen Militärhubschraubers, Modell Sikorsky UH-60 kund. Das kletternde Publikum, das auf der ca. einen halben Kilometer hohen Wand verteilt ist, nickt, versteht und flüchtet...

"...und am Abend bin ich von dem vielen Sporteln so müde, dass ich oft schon um 18.30 Uhr ins Bett muss..."

Samstag, 19. Februar 2011

Stoaner, Zirbel und Scharten

Alles duftet nach Zirbenholz, überall sind die Scharten im Garten verteilt, viel Platz zum Ausstellen der Exponate und einfach der schönste Arbeitsplatz Tirols. Zwischen Wand, Gamsen und dem leicht meandrierenden Inn.

Auf die Frage, was das wird, weiß er es aber noch nicht... Ein gefällter Baum ist's mal schon.

Ferdinand Lackner, der Holzbildhauer, den ich auf meiner vertikalen Spielwiese immer wieder von oben beobachte.

Osterinsel nahe Zirl

So fühlt man sich angesichts der imposanten Martinswände: mit versteinertem Gesicht und hözernem Gang erarbeitet man sich das Senkrechte und steigt dann doch wieder ab gen Tal...

Der Holzbildhauer Ferdinand Lackner vom Martinsbühel bearbeitet neben Holz auch Stein und Metall.

Sonntag, 21. November 2010

Einarmiger trotzt Gämsen

(Ist natürlich ein völliger Holler, diese Überschrift...)

Mit der neuen (NEX) digitalen Fußreflex-Kamera gings wieder vertikal hinauf. Verwunderlich, wie man mit so wenig Kamera so viele Fotos machen kann...

Aufgrund der idealen Exposition der Martinswand kann man praktisch das ganze Jahr über den Klettersteig benützen. Und so trifft sich auch der harte Kern der fleißig Trainierenden immer wieder zu den unmöglichsten Uhrzeiten und bei fast jedem Wetter.

Die Gämsen haben ihr Winterquartier in Richtung Auckenthaler-Einstieg bezogen und verfolgen gelangweilt das emsige Treiben der bunten Zweibeiner.

Meine aktuelle Zeit: 39 Minuten. Das heißt ungefähr: 8 Minuten für Sektion eins, 8 Minuten für Sektion zwei, 8 Minuten für Sektion drei, 15 Minuten alle drei Sektionen wieder runterkraxeln. Ins Wandbuch gescheite Sprücheln reinklopfen kann man da aber nicht mehr...

Samstag, 11. September 2010

Rassig, kurzatmig und doch ausgesetzt...

Während Martina ihren zweiten Studientag schon früh beginnen ließ (Abfahrt 7:15 Uhr - 4°C), hab ich mich eine Stunde später auf meine BMW-Wespe gesetzt und bin bei herbstlichen 8°C nach Hoch-Imst gedüst.

Noch klamm im Schritt und mit starrem Gebein hab ich mich dann am Parkplatz zur Freude der anwesenden weiblichen Locals komplett ausgezogen. Merino-Kurzarm und Montura-Ultra-Short waren gleich auf den braunen Leib gespannt und ab gings.

Längere Touren soll man in kleinere Segmente teilen - so die Theorie, so war ich auch in 45 Minuten auf der Untermarkter-Alm und in weiteren 90 Min. auf der Muttekopfhütte. Durch starken Feuer- und intensivem Maggigeruch hab ich mich aber nicht sehr lange aufgehalten. Weiter gings auf das Guggelesattele und dann zum Scharnitzkar.

Hier war der ersehnte Start der ganzen Expedition: der Imster Klettersteig. Dieser ist mit 800 Laufmetern nicht gerade der kürzeste, mit über 400 Höhenmetern mit dem Kaiser-Max-Klettersteig vergleichbar, sehr gut verlegt in rauhem Kalkgestein, mit einem kinderarmdicken XXL-Stahlkabel gesichert, zum guten Teil recht vertikal und leider nach eineinhalb Stunden auch schon wieder vorbei. Oben wurde ob der Höhe und der zurückgelegten Meilen kurz getaumelt, hat aber gottseidank keiner gemerkt.

Eine komplette Packung Mürbekekse mit Nougatfüllung aus der Konditorei Walter, gesponsert von meiner Schwiegermutter gaben mir auf halber Strecke wieder Kraft!

Der Abstieg ist nicht viel kürzer als der Zustieg, nur dass man eine ewig lange und durch unterschiedl. Steindiameter sehr schwierig zu befahrene Schotterreiße zu bewältigen hat. Unten wollte ich dann mit der größten Alpen-Achterbahn der Welt (so der griffige Slogan) hinunterdüsen, aber Rucksäcke sind nicht willkommen.

Wannen-Buckel-Schrupping, Swiss-Sport-Öling, zwei Portionen Fetucchini (sehr al dento) al Pesto di Genovese, mehrere Salate, ein ausgezeichnetes Stück Torta del Nusch aus dem Engadin, 4 Rippen Luftschoko und ca. zwei Liter Gaswasser hab ich schon hinter mir. Danke den Köchen und Spendern! Jetzt ist dann aber endlich Power-Couching angesagt!

Hier der Link zur Topo.
Und hier noch ein paar Zusatzfotos.

Sonntag, 1. August 2010

Hungerburg - Frau Hitt - und retour


Nix für Schwachmatiker!

Um 7:30 Uhr waren Martina und ich bereits auf der Hungerburg gestellt und starteten guter Dinge und bei angenehmer Temperatur mit unseren Radeln auf die Seegrube. Nach rund 2 Stunden waren die knappen 1000 Höhenmeter absolviert.

Dort parkten wir unsere Drahtesel, verdruckten einen Apfel, zogen uns bergsteigertechnisch um und machten uns dann auf den ca. einstündigen Anstieg, vorbei an allerlei Lawinenverbauungen zum 420 Meter höher gelegenen Hafelekar.

Dort wurde ich und meine Stulle dann fast von einem Braunschaf gefressen. Fußtritte und Fuchteln mit den Wanderstöcken bewahrte mich und mein Jausenbrot vor dem Existenzende.

Martina machte sich auf die Hafelekarspitze und ich absolvierte den Innsbrucker Klettersteig, nicht bedenkend, dass ca. 4 Gondeln voller Kletter-Novizen, Sonntagsausflüglern, Panoramafotografen u.ä. überholt werden mussten. Dementsprechend zog sich die Tour in die Länge und ich war froh, dass ich nach dem langen Sattel bei der Frau Hitt angekommen war. Dort entdeckte ich dann gottseisgelobt den Schmidhuber-Steig, der relativ eben zurück zur Seegrube führt.

Wieder rein in die Radlkluft. Mit trockener Kehle und leicht ausgepumpt freute ich mich auf Radler, Schiwasser und Pressknödel auf der Bodensteinalm. Von dort gings wieder zurück zur Basisstation auf der HuBu mit Schwimmen, lecker Kuchen und Kaffee!

Fazit: Das nächstemal nimm ich mir ein T-Shirt mit und mach nicht alles mit freiem Oberkörper. Die Äpfel vom MPreis sind solala, und drei Tage Regeneration sollte man anschließend einplanen!

Samstag, 3. Juli 2010

Fernauexpress

Bei Temperaturen deutlich über 30°C haben wir uns ins Stubaital aufgemacht. Genauer gesagt ins hinterste Stubaital. Vorbei an deutschen und einheimischen Sonntagsfahrern - immer zwischen Radarexplosion und wieder auf vier Rädern fahren...

Wenn man Architektur und das Dekor der Gletscherbahn-Talstation hinter sich gelassen hat, gehts rund 600 Höhenlinien rauf zur Mittelstation, direkt in der Nachbarschaft der Dresdner-Hütte. Hütte ist natürlich eine leichte Untertreibung.

Hier heroben angelangt, sucht man beinahe vergeblich inmitten des zahllosen Gerölls den Gletscher. Dann verfinstert es einem die Gesichtszüge, wenn man die unzähligen Bahnen, Gondeln, Stützen, Stationen, Straßen und die vielen planierten Hänge wahrnimmt. Hier möchte ich eigtl. weder auf der "Hütte" übernachten, noch ein zweitesmal zum Skifahren raufkommen.

Ein paar Steinwürfe von "Hütte" und Mittelstation entfernt sind dann zwei Klettersteige, Fernau (für Familien) und Fernau Express (für mich). Der letztere ist mit zurückzulegenden 120 Höhenmetern relativ niedrig angesiedelt, hat aber außer dem Stahlseil fast gar keine metallenen Helferlein. Der plattige Granit war für mich klettertechnisch Neuland. Ist aber wesentlich weniger brüchig als der gewohnte Martinswand-Kalk. Die senkrechten Wandplatten, das dünnere Stahlseil, die knackigen Überhänge und Kamine haben dann aber doch meinen Puls deutlich über den Fettverbrennungs-Bereich gebracht.

Mein persönliches Fazit: 
Wer ein paarmal den Kaiser-Max gemacht hat, 
neue Metallarbeiter-Handschuhe sein eigen nennt, 
weiche Klettersteig-Patschen mit viel Grip trägt, 
seinen Lungen-Hubraum nicht durch Nikotin gedrosselt hat,
die Augen vor der Liftanlagen-Kulisse verschließen kann,
resistent gegen die bis zur Bergspitze schallende Volksmusik ist,
der wird Spaß an der Steiganlage haben.

Montag, 24. Mai 2010

Zimmer eben!

Heute standen zwei Ferrata am Programm: der Zirmmereben-Klettersteig (D+) direkt neben Mayrhofen und der Ginzlinger Klettersteig (E) neben dem Bergsteiger-Dörfchen. Also nix wie rauf auf unsere Hornissen-BMW und los gehts...

Das Wetter war schön wie lange nicht mehr. Der Verkehr ging trotz Pfingstwochenende. Einzig die Bullen waren ein bisschen lästig, wenn sie ihre Schnappschüsse aus dem Busch heraus machten.

Die Klettersteige sind sehr zu empfehlen. Gut abgesichert, schöne Wege runter ins Tal, massiver Granit und Platten wie sie der vom Karwendel-Kalk nicht Verwöhnte noch nie gesehen hat. Außerdem Bänke, Notausstiege und Hängebrücken für das Kind im Manne. Und - neben dem Zimmereben-Klettersteig gibts sogar ein Verleih-Standl für angehende Ferratista und Klettermaxln.

PS.: Es soll auch Leute geben, die nur mit Helm, Handschig, Patschen und Y-Set angereist kommen...

Mittwoch, 17. März 2010

zwei linke...



Mit zwei linken Handschuhen den Kaiser Maxl Klettersteig raufturnen ist gar nicht lustig. Das was einem dadurch an Gripp abgeht, wird dafür der Daumen in die falsche Richtung gebogen...

Außerdem vergaß ich, mein knalloranges Baumwollfarmer-Sweatshirt auszuziehen. Das ist, glaube ich, mit lufthemmenden Nano-Partikeln imprägniert. Durch die auftretende Hitze wurde ich halbseitig auf das Drahtseil vulkanisiert.

Weiters hab ich mir am sogenannten Spitz (Omen est Nomen) den Kopf am runterhängenden Gestein gestoßen. Gottseidank ist mein Schrumpfkopf durch Helmi geschützt, und so hab ich mir nur die Helmkamera neu ausgerichtet, und zwar auf den Helm... Nix mit Landschaft - die Atmung alleine dient als Einschlafhilfe.

Samstag, 13. Februar 2010

Vor-Valentins-Klettersteig

Nachdem Martina lieber mit Freundin und den Hunden unterwegs war, die Buben ihre Snowboardkanten abstumpfen und ich nicht das Haus hüten wollte, gings wieder runter ins Tal zu den Schwererziehbaren.

Hartgesottene wie ich lassen auch am Zustieg die gefütterten Crocs an. Das war heute eine schlechte Idee, weil unter dem frischen Schnee der Weg komplett vereist war. So hat es mich an die viermal zerlegt, bis ich überhaupt einmal beim Steigeinstieg war.

Auch dort hielt mich weder der nasse kalte Kalkstein auf, noch die Schneereste der letzten Tage. Kurz vor dem Zitterwantl (Ende der 2. Sektion mit dem stumpfsinnigen Schild "Seil hier nicht verlassen") musste ich dann aber doch die Tour vorzeitig abblasen, ob der drohenden Gefahr.

Leicht verschwitzt hats mich dann nochmals im Wald aus der Bahn geworfen.

Montag, 23. November 2009

eisenharter Männertraum: sechs Brüste...

Beinahe täglich schau ich beim "Runterkraxeln" entlang der Kaiser-Max-Ferrata runter auf den Martinsbühel. Und jedesmal fällt mir nicht nur das alte Krüppelwalmdach der einstigen Burg St. Martinsberg auf, sondern fällt mir Klugscheißer auch ein, dass genau hier die Grenze zwischen dem Ober- und Unterinntal verläuft. Weniger gut zu sehen ist, dass der Inn aufgrund der Verbauung an Geschwindigkeit zugelegt hat und sich deshalb deutlich mehr eingegraben hat.

Auch den schlichten Wohnturm, der angeblich im 13. Jhdt. erbaut wurde, kann ich von oben gut ausmachen. Von unten toll aus anzusehen sind die romanischen Fenster- und Türöffnungen.

Rund um das stattliche Gebäude schmiegen sich andere, unheizbare Gebäude, Stallungen, Kräutergärten und eben dieser sechsbrüstige Drachen, der den Eingang des Gehöfts bewacht.

Donnerstag, 27. August 2009

30 Minuten Glückseligkeit

Vor ca. zwei Jahren haben Laura, Benni und ich mit dem Klettersteig nahe Zirl angefangen. Damals war die erste Sektion, das ist der (leichtere) Steig bis zur Grotte, schier unmachbar. Bei direkter Sonneneinstrahlung im Frühsommer und ohne mitgebrachter Flüssigkeit waren wir drei kurz vor dem Verrecken und froh, dass wir bei der Grotte aussteigen und über den mühsamen Weg über den Steinbruch hinunter ins Tal kamen.

Zehn- bis zwanzigmal gings rauf zur Grotte, dann probierten Oliver und ich die zweite Sektion, und Wochen später kam die dritte Sektion dazu. Für den Auf- und Abstieg benötigten wir damals zwei bis drei Stunden.

Die Muskeln wurden stärker, Herz und Pumpe auch. Auch die Winter wurden intensiv für das geliebte Klettersteiggehen genutzt. Ich war wieder suchtgefährdet!

Irgendwann gabs dann den Zeitpunkt, wo ich nicht mehr hinten über Stock und Steine mühsam und zeitaufwendig runtergehen musste, sondern mich traute, über den Klettersteig wieder abzusteigen. Bei diesen kleinen Meilensteinen war Oliver stets zur Stelle und vor allem psychisch eine große Stütze. Das große Trainieren war ihm nicht so wichtig, aber bei den neuen Herausforderungen um den Steig war auf ihn immer Verlass.

Vor ca. einem Jahr erfuhr ich dann von der Rekordzeit von 30 Minuten. Und diese galt es ab dann zu erreichen. Letztes Jahr schaffte ich den Steig bei kühler Herbst-Temperatur in 50 Minuten und war mächtig stolz auf mich. Heuer konnte ich im Frühjahr die Zeit um 10 Minuten verkürzen.

Inzwischen waren die ersten Klettersteigschuhe verschlissen, neue gekauft, das zwanzigste Paar Metallarbeiter-Handschuhe verbraucht und Hüftgurt, sowie Klettersteigset und TShirt nicht mehr notwendig. Beinahe jeden Tag verbrachte ich abends an der Wand, immer bewaffnet mit einem frischen Podcast, Hörbuch oder lauter Musik und arbeitete an Bewegungsabfolgen, Herz, Lunge, Beine, Bauch und Po... Das Training wurde intensiver. Martina und ich fuhren von Reith über die Schlossbachklamm nach Hochzirl, dann runter ins Tal. Dort wurden die Rad- gegen Klettersteigschuhe getauscht und es ging wieder 350 Höhenmeter der Wand entlang rauf bzw. runter. Schnell wurden ein paar Schluck Wasser getrunken, ein Früchteriegel gegessen und schon gings mit dem Mountainbike über Zirl nach Eigenhofen und dort steil hinauf nach Leithen bzw. Reith. Außerdem hab ich das sommerliche Wetter genutzt, um mit Dauerlauf um den Gschwandkopf meine Grundlagenausdauer zu verbessern.

Genug des Weihrauchs, die Zeit von 30 Minuten für einmal Sektion 1 und 2 rauf und runter ist endlich geschafft! Doch neue Ziele winken uns zu und ich bin ein wenig stolz auf mich!

Sonntag, 2. August 2009

Ginzling (Winzling)

Der iPhone Wetterbericht meldete ab 14 Uhr Wolken und Gewitter, also, nix wie raus asu den Federn und ab mit der BMW 800GS ins schöne Zillertal. (Ich hör mich selber nicht richtig!?)

Ziel war das Bergsteigerdörfchen Ginzling (riesiger TVB + 5 Häuschen...) kurz nach Mayrhofen, und vom Ortsparkplatz dort waren es auch nur mehr acht Gehminuten bis zum Einstieg in die "Nasenwand".

Der ca. ein Jahr alte Klettersteig ist angenehm knackig, bei den E-Stellen ist man froh, wenn man reibungsfeste Stahlarbeiter-Handschuhe an hat, sehr gut mit Stahlseilen, Tritten und Griffen erbaut, allerdings mit 330 Höhenmetern ist der ganze Spaß nach 30 Minuten wieder vorbei.

Oben auf der Nase angekommen wird man gleich mit zwei Dreiseilbrücken (klingt wie Doppelhaushälfte) hintereinander belohnt und kann dann auf idyllisch angelegten halbierten Baumstämmen das Packtl Neapolitaner konsumieren.

Nach der Kraxlerei wollten wir uns noch beim Kostner (pink und local) in Mayrhofen belohnen, Mehlspeisen und Kaffee können aber nur preislich mit dem Valier in Innsbruck mithalten!
Nasenwand Klettersteig Ginzling, Zillertal