Mittwoch, 29. Dezember 2010

No Vertical Limit

Oft wird man richtig belohnt, wenn man den kleinen Schweinehund gleich morgens bezwingt:

Mit g'scheiten Schneeschuhen steil hinaufstapfen, schnaufen, schwitzen, grinsen. Ruhe kehrt ein, Wildspuren verlaufen sich im Schnee, Losungen werden nicht ignoriert, die Sonne brennt einem ins G'nack und ein paar Kekselen im Rucksack hauchen bald ihr kurzes Leben aus....

Und die anderen unten im Tal? Die Zurückgebliebenen. Die müssen unter der Nebeldecke im eigenen Saft darben...

Montag, 27. Dezember 2010

How To Make A Holzvase

Wie macht man eine Vase aus Holz, ohne dass man Obstbauer ist?

Was man dazu benötigt: eine entsprechende Drechselbank, vornehmlich eine der Fa. HAPFO, dazu Drechsel-Beitel, Absaugung, Mundschutz, Visir, Öle, Wachse, Taschentücher, Schmirgelpapiere von 40, 80, 120, 240, eine Stichsäge mit Schmackes, eine Bohrmaschine für Holz (Schlageinrichtung nicht vonnöten), Holz - besser gesagt eine Birken-Mehrschichtplatte (im Volksmund Sperrholz), Zirkel und jede Menge Leim. Literweise. Und nicht zu vergessen Zwingen - soweit das Auge reicht.

(1) Schnittbogen, Zirkeln, Sägen


Um aus einer Sperrholzplatte möglichst viele Vasen herauszubekommen, hab ich mir eine Zeichnung angefertigt. Wölbung, Fuß und Hals lassen sich so besser vorstellen. Außerdem bekommt jeder Ring einen Außen- und Innendurchmesser, und bei manchen Teilen kann man mit Nutzen arbeiten.

Nachdem die Kreise per Zirkel auf die Platte übertragen worden sind, muss man (stundenlang) per Stichsäge, ohne Pendelhub, dafür aber mit Ausfransschutz diese Teile aussägen.

(2) Leimen, Zwingen

Jetzt gilt es, immer zwei Teile zusammenzuleimen. Und das mit einem (langsam trocknenden) Standardleim. Dieser ist dann zum Drechseln nicht so steinhart, wie der Expressleim. Die Trocknungszeit beträgt ca. 6 Stunden (was heißt, über Nacht...)

Und das Ganze möglichst zentriert - was blöderweise nicht immer ganz gelingt. Abweichungen multiplizieren sich gerne mal zu einer ordentlichen Differenz auf, was sich dann beim Drechseln als sehr nachteilig erweist. Die mit Leim versehenen Teile schwimmen ab und an, aber im Laufe der Zeit bekommt man dementsprechende Übung. Und, damit einem beim Drechseln kein Sperrholz abhaut, muss hier ordentlich mit Zwingen gearbeitet werden.

(3) Halbschalen, Drechseln

Mit den jeweils sieben Ringen bildet man die zwei halben Vasenteile aus. Damit kann ich dann außen und innen ensprechend viel Material zu einemr erträglichen Wandstärke wegdrechseln.

Da ich immer im Stirnholzbereich arbeite, ist der Materialabtrag dürftig, und man muss häufig die Drechselbeitel nachschleifen. Und die Späne und der Staub sind so heiß, dass man an den Händen zum Teil Brandblasen bekommt. Dann wird innen mit Schleifpapier unterschiedlicher Körnung nachgeschliffen. Gut, dass ich hier eine Absaugung habe. Birkin ist zwar gut fürs Haar, Birkenelixier gut für den Hals aber Birkenholz-Schleifstaub nicht gut für die Nase.

(4) Zusammenleimen der Halbschalen

Jetzt wirds nochmals richtig spannend. Passen die zwei Teile auch zusammen? Dies vorausgesetzt wird hier wieder ordentlich Leim aufgetragen und die zwei Teile auf der Drechselbank möglichst passgenau zusammengeleimt. Nachdem man die noch unfertige Vase über Nacht trocknen gelassen hat, ist am nächsten Tag das finale Überdrehen angesagt.

Dann geh ich bei der Drechselmaschine mit der Umdrehungsgeschwindigkeit hinauf und schleife vorerst mit dem Exzenterschleifer und einer 40er Körnung (sehr grob). Dann wird mit 80er, 120er und 240er Textilschleifpapier immer feiner geschliffen.

Dannach mit Leinölfirnis das Ganze eingelassen, mit Hutten das überflüssige Material an der drehenden Vase entfernt und dann mit einem Bausch Birken-Drechselspäne noch nachpoliert.

(5) Ende, Äpfel, Amen

Jetzt wird nur mehr noch schnell ein Gott-Sei-Dank-Es-Ist-Nix-Passiert gesprochen. Ich bin stolz auf die getane Arbeit und tu so, als ob ich aus einer Holzvase das brackige Blumenwasser heraustrinken müsste...

Sonntag, 26. Dezember 2010

Hirschragout beim Hirschen

Schon mehrere Jahre Tradition hat bei uns das gemeinsame Abendessen im Hirschen zu Leithen. Einem Gasthof mit Tiroler Wirtshaustradition. Und der engste Familienkreis rund um meine Schwiegereltern ist eingeladen und freut sich bereits seit Tagen darauf!

Ob Wildragout, Wildschweinpastete, Blunzn oder Rehrücken - hier findet man immer was Gutes und Herzhaftes! Bei den Nachspeisen schwächelt bereits der Eine oder andere. (Nicht zuletzt der Gürtel um die Hose...)

Das Ambiente der Zirbenstube ist sehr angenehm, was man vom Vorbeifahren nach dem Zirler Berg oft gar nicht so vermuten würde.

Caroline, die Tochter des Hausherren bedient souverän, ihr Bruder Peter ist für das Kochen der Leckereien verantwortlich! Danke! Gut wars.

Homepage Gasthof Hirschen

Auf großem Fuß mit MSR

Bei klirrender Temperatur und Sonnenschein machte ich mich auf den Weg hinauf - einen Stock höher. Mit dabei die neuen Lightning Ascent Schneeschuhe von MSR: Und diese Dinger sind was G'scheites, auch wenn sie ein kleines Loch ins krisengebeutelte Winterbudget reißen.

Der Außen-Umfang der Schneeschuhe  ist relativ klein, dafür aber aus gezacktem Luftfahrts-Aluminium. Das macht sie sehr stabil und sorgt in alle denbaren Richtungen, hinauf, hinunter, seitlich immer für unglaublichen Halt. (Und lässt sich wahrscheinlich auch zum Umsägen einer mittelgroßen Tanne verwenden...)

Außerdem sind unter dem Fuß gezackte Querträger, die nochmals ein Rutschen verhinden sollen. Vor allem beim Hinuntergehen geben einem diese zwei Traversen ein sehr sicheres Gefühl.

Wenn man wie auf Stufen steil hinaufgehen will, lassen sich hinten Steighilfen aufklappen (Bedienung auch mit Stöcken möglich!) und vorne beißen sich ordendliche Edelstahl-Frontzacken in den harten Schnee, störende Wurzel oder blankes Eis. Die Befestigungs-Bänder sind aus handschuhfreundlichem Urethan gefertigt, und damit laut Hersteller-Angaben bis -40°C biegsam. Optional dazu gibts Verlängerungselemente, die bei mehr Schnee (oder deutlicher Gewichtszunahme während den Weihnachtstagen) für bessere Tragfähigkeit dienen sollen. Das ganze verstaut in einem passenden Schultertäschchen mit jeder Menge Schnikschnak rundet das ganze Bild ordentlich ab. Daumen ganz nach oben für die Lightning Ascent Schneeschuhe von dem amerikanischen Ausstatter Mountain Safety Research.

Testbericht bei Trailspace

Sonntag, 28. November 2010

Stromberg for every day!

Nachdem wir schon seit Jahren mit dem Stromberg-Virus leben, musste heuer ein Tageskalender mit den markigen Sprüchen des "Fettnäpfchen"-Treters her. Na gut, es war nicht jeder Tag des Kalenders lesenswert, aber die eine oder andere Seite fanden wir schon sehr lustig. Hier zwei Beispiele.

10 Dinge, die sie nicht tun sollten… (Fortsetzung)



Da meine liebe Mitstudentin Sonja uns den heißen Tipp mit dem Vorgängervideo gegeben hat, hier nun ein weiteres Lach-Highlight! Viel Spaß

Mittwoch, 24. November 2010

Montag, 22. November 2010

Jagen auf Rädern

Kurz nach dem morgendlichen Abbaumen kam mir dann auf dem Weg Richtung Nördlinger dieser mobile Jagdstand unter das Zielfernrohr. Hääh, gehts mir noch?

Nach langem Überlegen und Untersuchen entdecke ich gottseisgelobt keinen Waidmann mit Loch im Knie im Hänger.

Und jetzt so drüber nachgedacht, finde ich es eigtl. recht praktisch: Dunkel gebeizt nach Nordwesten, rusikales, heimisches Feuchtastholz nach Südosten. Innen ein Matratzenlager für den Waldschratt. Das Fenster thermoverglast. Einzig die Dachneigung ist wider dem dritten Aerodynamikgesetz entworfen.

Oder ist das der Rest der ominösen zweiten Reither Doppelhaushälfte?

Aber - "ist die Kugel aus dem Lauf,
hält kein Teufel sie mehr auf." Funktion erkannt, auf Foto gebannt...

Sonntag, 21. November 2010

Einarmiger trotzt Gämsen

(Ist natürlich ein völliger Holler, diese Überschrift...)

Mit der neuen (NEX) digitalen Fußreflex-Kamera gings wieder vertikal hinauf. Verwunderlich, wie man mit so wenig Kamera so viele Fotos machen kann...

Aufgrund der idealen Exposition der Martinswand kann man praktisch das ganze Jahr über den Klettersteig benützen. Und so trifft sich auch der harte Kern der fleißig Trainierenden immer wieder zu den unmöglichsten Uhrzeiten und bei fast jedem Wetter.

Die Gämsen haben ihr Winterquartier in Richtung Auckenthaler-Einstieg bezogen und verfolgen gelangweilt das emsige Treiben der bunten Zweibeiner.

Meine aktuelle Zeit: 39 Minuten. Das heißt ungefähr: 8 Minuten für Sektion eins, 8 Minuten für Sektion zwei, 8 Minuten für Sektion drei, 15 Minuten alle drei Sektionen wieder runterkraxeln. Ins Wandbuch gescheite Sprücheln reinklopfen kann man da aber nicht mehr...

Samstag, 20. November 2010

akutes Raku...

Kaum ist's frisch am Thermometer, wird in Reith getöpfert, gewalzt, glasiert und im Rakuofen gebrannt. Und das in nicht zu knappen Mengen.

Haus, Garage und Feuerholz stehen noch und der kleine, blonde Lehrling aus der Nachbarschaft wurde auch nicht abgefackelt...

Kompaktreflex oder Spiegelcamera

Fotografieren und Blogschreiben hat sich bei mir zu einer kleinen Passion entwickelt. Und nachdem mein Oheim (Bruder mütterlicherseits) diese Leidenschaft teilt und auch unterstützt, war der Weg zum Sony-Alpha-Händler meiner Wahl gleich und gerne genommen.

Die kleine Canon IXUS200i Kompaktkamera genügte plötzlich nicht mehr und die große Canon EOS 7D ist bei Trekking-, Kletter- und Skitouren einfach zu unhandlich.

Seit einem guten Jahr gibt Sony im Bereich dieser sog. Systemkameras ordentlich Gas. Dieser Kameratyp schließt die Brücke zwischen DLSR und Kompaktkameras - heraus kam die Sony NEX-5. Komisch eigtl., dass das so lange niemandem eingefallen ist.

Diese digitale Knipse hat ein Gewinde für auswechselbare Objektive, kann auch im RAW-Modus speichern. Filmen kann man damit auch, und zwar in Full-HD und Stereo-Ton, der Exmor CMOS Sensor hat APS-C Größe und der schwenkbare Monitor auf der Rückseite misst ordentliche drei Inch. Das schwarze, griffige und teilweise geriffelte Magnesium-Gehäuse liegt gut in der Hand, mit der Linken lässt sich außerdem gut am Objektiv halten.

Hervorragend funktioniert der Panoramamodus. Man schwenkt hier das Teil gleichmäßig ca. 270°, bleibt mit dem Finger am Auslöser und es werden die geschossenen Fotos in Echtzeit zu einem horizontalen oder vertikalen Panorma "gestitched". Coole Sache!

Außerdem lässt sich gut in HDR (High Dynamic Range) fotografieren. Alles in allem ein toller Auftritt - auch wenn das erste Firmware-Einspielen voll in die Hose ging!

gut:

- riesiges Objektiv
- 14,2 Megapixel Fotoauflösung
- Full-HD Video in Stereo
- optischer Bildstabilisator
- RAW Format
- Serienbildfunktion
- ISO 200-12.800
- schwenkbarer Monitor mit 921.600 Pixel
- Sweep Panorama
- HDR-Modus
- intuitive Einstellung via Bildschirm
- wenige Tasten
- griffiges Gehäuse
- exakte Batterieanzeige

ungut:

- in den umfangreichen Einstellungen kann man sich leicht verirren
- Mac-Software ist älteren Semesters
- Handschlaufe statt Schultergurt wäre fein
- frisst ordentlich Batterie
- Batterie lädt lange
- Speicherkarte nicht im Lieferumfang enthalten
- satter Preis um die € 500,- (dafür geht eine alte Frau lange Socken stricken...)
- Homepage mit Tutorials, Firmware-Updates, Zusatzinfos sehr unübersichtlich

Sony NEX Homepage
ausführliche Review bei www.dpreview.com

Montag, 15. November 2010

Alles ist gut!

Was gibt es Schöneres als seine erste Klausur in Mathematik zu absolvieren. Viel gelernt hat man ja im Vorfeld und die Formelsammlung ist stilsicher in Pink und Gelb gehalten. Der Freitag nahte und ich war nicht aufgeregt, auch kurz vor der Klausur lief alles bestens.

Olivers Tipp für die Mama lautete:"ganz ruhig alle Aufgaben durchlesen, darüber nachdenken und nach der Machbarkeit gereiht ausrechnen"! Das war mir auch noch 3 Sekunden bevor ich die Klausur überreicht bekam klar. Aber dann ... Wie ein altes Pferd stur der Reihe nach gerechnet und die Angaben muss man (besser gesagt Frau) nicht genau lesen!
Dann heute die email von Sonja, was ich denn für eine Note bekommen habe. Uhhh, war ich aufgeregt. Und dann ... Ich konnte es kaum glaubern: GESCHAFFT! JUHUUUUU.
Gratulationen prasselten auf mich ein. Danke dafür.

Und eine ganz besondere Überraschung hatte meine liebste Mama für mich: eines ihrer berühmten Gedichte:

Liebe Studentin,

Als ich die Nachricht heut bekommen,
bin ich zu dem Entschluss gekommen,

ein Telefongruß genügt nicht,
nein, das erfordert ein Gedicht!

So hab´ - von Kopfschmerzen geplagt -
ich mich ans Dichten doch gewagt.

Dein Urteil sei recht moderat:
Es gilt der Wille für die Tat.

Wenn Du der Mutter nur geglaubt,
hätt´nichts Dir Deinen Schlaf geraubt:

Wer auf die Freizeit oft verzichtet
(der hohe IQ auch verpflichtet)

und wer viel lernt mit Geist und Kraft,
die erste Prüfung locker schafft!!

Drum zukünftig kein Ach und Weh,
nur Zuversicht von Kopf bis Zeh,

zu Bette gehen nicht zu spät
und KEINE Semmele-Diät!

Die nächsten Tests gelingen Dir
mit mehr Punkten als sechzig-vier!!

Herzlichen Glückwunsch und liebe Grüße von Mama und Papa

DANKE und übrigens am Samstag geht es mit Werkstofftechnologie weiter.

Sonntag, 14. November 2010

Happy Birthday Christl!

Mit viel Gelächter, lautem Stimmengewirr, Hundegebell, herzhaften Leckereien und Kuchen soweit die Augen reichten wurde der Geburtstag meiner Schwiegermutter gebührend gefeiert.

Alle waren da, guter Dinge und weder Wetter noch Momo machten große Kapriolen.

Und auch Apples neues iPad fand rundherum großen Gefallen und nimmt ab sofort als Buch-, Mail-, Internet- und Spielemaschine seine Arbeit auf der Hungerburg auf.

zwei Pistenbullies!

Momo, Lauras weiße Kampfmaschine und Aimee, unsere Bullterrier-Oma lieben den Spaziergang auf den nahen Gschwandtkopf.

Viel Platz auf den noch nicht verschneiten Pisten und viel hölzernes Treibgut, das man genüsslich zerlegen kann. Die Brösel und Späne verwittern anschließend auch schneller...

Samstag, 13. November 2010

Luxemburgerli

Mit äußerster Willensanstrengung gelang es mir, während der kompletten Heimfahrt von Zürich nach Reith kein geheimnisvolles Konfekt zu kosten.

Doch daheim im Kreise der Familie wurde dann der Packung beinahe der Garaus gemacht. Sprüngli, die bekannte Zürcher Confiserie, macht diese leckeren Schaumküsse. Und wer hats wann erfunden? Die Schweizer 1957...

Ein Luxemburgerli besteht aus zwei Makrönchen aus Mandel, geschlagenem Eiweiss mit Zucker und einer Cremefüllung.

Danke liebe Tante, lieber Oheim, dass ich mein Kampfgewicht auf diese Weise leicht halten kann...

Spät lesen!

Für den Botanik Grand Prix in den Fischzuchtplatten bei Zirl war es leider zu nass. 

So musste die Sieben-Seillängen-Klettertour Spätlese in der Martinswand wieder einmal herhalten.

Als neuer Kletterpartner war Helmut mit, den ich auf dem Kaiser-Max-Klettersteig immer wieder antreffe. Er ist einer, der den Klettersteig zwar angehängt, aber ohne mit den Händen auf Stahlseil oder Stifte zu greifen, meistert.

Beim ersten Mal ist immer irgendwie komisch: man weiß nicht wie straff das Seil sein soll, ob man selber auch gut gesichert wird, außerdem war ich selber seit dem Frühlahr nicht mehr in einer Seilschaft unterwegs. Aber es ging alles gut, und ich werde mit dem Banker aus Innsbruck sicher einige nette Kletterpartien haben!

Hier ist der Ausstieg aus der "Spätlese". Mit Blick auf die Touren "Ostriss" und "Maxls Krone".

Sonntag, 7. November 2010

Schnappt Shorty!

Der Wecker klingelt. 4.30 Uhr - in Worten vieruhrdreißig. Ich wälz mich im Bett. Soll ich, soll ich nicht... ich soll. Was solls. Die Bergsachen sind eh schon hergerichtet. Ultra-Light-Stecken, Platypus-Trinkblase, Zitronen- und Ovomaltine-Riegel, ein Apfele und die neue Taschenlampe.

Der Expresso ist geschwind getrunken, Martina schriftlich informiert und ab gehts'! Beim Überqueren der Bundesstraße zeigt mir noch der Zeitungskolporteur den Vogel, ob des T-Shirts und der kurzen Hose... 2°C sind nichts für Warmduscher.

Der Himmel ist sternenklar, Wald und Steig dafür pechschwarz. Nach 1,5h bin ich an der einzigen Quelle angelangt. Hier werden flüssige Reserven angelegt und ein paar kräftige Schlucke genommen. Das lymphatische Mandelsystem dankt mir sofort die eisige Kälte. Martina ruft an, um mir mitzuteilen, dass sie nackt am Fenster stehe. Ich kann sie von hier aus, trotz beginnender Weitsichtigkeit, leider nicht sehen.

Langsam beginnts zu dämmern. Bei meinem Lieblings-Podcast "Bitsundso" gehts weiter rauf zur Nördlinger auf 2.000m. Hier ist alles schon winterfest verpackt. Kein betörender Duft aus der Küche, kein Rauch aus dem Kamin, keine Notdurfter... Der frische Jochwind mahnt zur Eile. Gut, dass ich zumindest ein dünnes Sweatshirt mit dabei habe. Die ersten Sonnenstrahlen sind am Joch angekommen. Jetzt wird einmal gefrühstückt: der sibirische Frostapfel, das arktische Süßwasser und danach die Ovo-Waffel.

Heroben liegen überall Schneereste, steinhart, eiskalt und gefährlich. Nix mit Freiungen! Ich nimm den Weg zur Härmelejoch-Bergstation, dann gehts hurtig runter zur Reither Jochalm und heim zu einem ordentlichen Frühstück mit Semmeln und Laugen Croisants. Schön wars!

kleine Diaschau

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Tschüssi, Hüttenzauberlehrlinge...

Bye bye Nördlinger Hütte, zumindest für dieses Jahr. Wir sehen uns wieder 2011 - in gewohnter Frische! Wenn Dein Material-Seilbahn-Hütten-Türl wieder offen ist, Deine zwei weithin sichtbaren Fahnen im Jochwind flattern, die kleine Materialseilbahn hinaufschleicht und die als kleine Punkte wahrnehmbaren Bergsteiger Dich wieder zahlreich besuchen...

Auf dass im neuen Jahr wieder Rekordzeiten gebrochen, Kaspressknödel verdrückt und Bergmetten zelebriert werden.

Mitterbergl

Dienstag, 26. Oktober 2010

Wonderblattln

Es gibt wenige Sachen, die ich lieber mache, als mit Aimee, unserer Bulldozer-Dame, dem Podcast-Knopf im Ohr und einer digitalen Spiegelreflex am Gelenk durch die sonnendurchfluteten Wälder in der nahen Umgebung zu streifen!

Überall tropft's, Baumlawinen versperren einem die Sicht, Aimee genießt die frische Fauna. Die bunten Blattln wurden erst zu einem geringen Teil abgeworfen - dafür ist aber das kalte Puder mit Ende Oktober recht forsch drann.

Montag, 25. Oktober 2010

Ausgesetzt am Mitterbergl!

Ich bin immer auf der Suche nach ausgefallenen Touren in unserem näheren Umkreis - abseits der germanischen Trampelpfade.

Lange gesucht - und dann schnell von Martina und mir gefunden:

Vom Leithener Bahnhof aus gehts in Richtung Schlossbachklamm. Nach ein paar hundert Meter biegt man links in Richtung Kaiserstand ab und kommt zu einem Umkehrplatz für Jäger und Holzarbeiter. Von da gehts dann ohne Wegmarkierung auf einem Jäger- und Gamssteig in Richtung Norden zu einem großen Jägerstand. Aufgrund der zahlreichen Losung schließe ich, dass mehr Gämsen als Jäger unterwegs sind. Ab und an müssen schlecht befestigte Wege, Halden und Reisen überwunden werden. Vom Jagdstand gehts dann unter steilen und überhängenden Schrofen mehr oder weniger geradewegs durch langgezogene Latschenwälder in Richtung Ursprungsattel.

Nordöstlich präsentiert sich dabei einem das 1.700 m hohe Mitterbergl und östlich bekommt man einen guten Eindruck vom Kreuzjöchl, Garberskopf und Brunstkopf.

Landschaftlich sehr empfehlenswert, gutes Schuhwerk und eine abgeschlossene Lebensversicherung auch! Und mann sollte solche Wanderungen nicht bei abklingendem Regenwetter und heranziehendem Schneetreiben machen...

Donnerstag, 21. Oktober 2010

What a wonderful world

Gestern kamen wir nach einer tollen Lesung mit Thomas Raab (sehr humoriger Mann) um ca. 22:30 noch fast bis nach Hause. Gut, eine kleine Schlitterpartie kurz vor dem Ziel kann man dem armen Auto schon verzeihen. Nur mit Sommerreifen bewaffnet durch fast 15 cm Schnee ist auch nicht lustig.

Heute wagte ich mich mit Unterstützung meines Mannes doch noch das Auto bis zum Büro von comdesign zu fahren. Und was soll ich sagen? Der Wagemut hat sich bezahlt gemacht. Die Wolken verschwanden und die liebe Sonne ließ das Eis auf den Straßen schmelzen. Belohnt wurde die Crew mit einer glitzernden Schneelandschaft.

Samstag, 16. Oktober 2010

Drachenzähmen - leicht gemacht

Ein verregneter Samstag, die Uni ist gerade aus und das Essen im Baucherl. Was sollte es noch schöneres geben, als gemütlich auf der Couch zu liegen und zum Einschlafen einen Film anzuschauen! Flugs einen Film ausgesucht und los geht's!

Der Film heißt "Drachenzähmen leicht gemacht" (Nein, er handelt nicht von meiner Familie) und einschlafen kann man dabei sicher nicht. Denn Dreamworks hat da wieder einen großen Wurf gelandet. Wir sind in der Zeit der Wikinger, die nur ein winziges Problem in ihrem Dorf haben: Drachen!! Sie stehlen das Vieh und alles, was sie zum Essen finden können. Aber da ist noch ein Junge, der sieht diese Tiere ganz anders!

Neben der liebevollen Gestaltung und der unglaublichen Animation, finde ich die Dialoge und die Story sehr gelungen. Und die Drachen sind einfach nur süß. Also, gemütlich zurücklehnen und genießen. Es lohnt sich. 5 von 5 angekokelten Wikingerhäusern.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Patagonia-Zelt auf Umwegen


Nach monatelangem Jammern habe ich es endlich geschafft: ich habe eine Unitasche! Was heißt da Tasche. Das ist schon fast ein ausgewachsenes Zelt. 

Und als stilbewusste Frau habe ich mich da ganz auf meinen Mann verlassen. Und beim ihm als absoluten Markenfetischist konnte nur eine bestehen: die Patgonia Half Mass in "Autumn Leaf"-Ocker.

Ein Traum von einer Tasche. Und natürlich aus Recycling-Material. Was will man als Umwelttechnik-Studentin mehr? DANKE!!

Sonntag, 10. Oktober 2010

Albino-Waldkrokodil in Reith

Zwischen dem Möserer Steig und dem Hochleithenkopf liegt das Mösl, ein äußerst idyllisches Waldstück bei uns in Auland.

Schwammelen, Moosbeeren, Mischwald, Rösser, Stacheldraht, Rehkadaver, Schwarzbauten - alles findet man hier. Von hügelig, über sonnendurchflutet bis Finsterwald.

Und vor allem für Lauras weißen Albino Bully "Momo" sind die tiefschwarzen, moorastigen Sümpfe eine Wohltat für Pelz und Kragen.

Schön wars und alle haben wir es genossen!

Samstag, 9. Oktober 2010

Stoffl Ultra-Light

4.30 Uhr: die senile Bettflucht treibt mich aus der Bettstatt. Fertig geträumt. Samstag ist. Auf zu neuen Abenteuern.

Die Peristaltik arbeitet bereits. Die Weißen aus dem Perlland werden noch geschrubbt, ein Duftele gesprüht und noch schnell zwei Peanutbutter-Stullen geschmiert und Ovo-Schokis eingepackt.

Auf gehts mit der Petzl Sparstirnlampe E+Lite© bei tiefster Dunkelheit in Richtung oben.

Auf halber Strecke zum Joch werden die Platypus Trinkblasen mit Eiskaltem befüllt. Hier ist die einzige Quelle auf meinem Weg durch den Karwendel.

Zwei Stunden später bin ich am Grad und es dämmert bereits. Jetzt kann ich noch schnell Martina anrufen, die sich bald auf den Weg zur Uni macht. Auf der Nördlinger Hütte, 2.000 m über dem Meer, wird bereits eingeheizt, es duftet nach Zivilisation und ich sehe schon, wie sich die ersten Alpenvereins-Mitglieder aus den Stockbetten bemühen.

Weiter gehts! Ich kann jede Menge Gämsen ausmachen. Die Kletterkünstler stehen mit ihren Kitzen regungslos in den Schotterreißen und beobachten mich. Nachdem ich nicht wie Robin Hood bekleidet bin und auch keinen Schießprügel geschultert habe, werde ich als nicht gefährlich eingestuft.

Ich freu mich schon auf die ersten Sonnenstrahlen. Das heißt dann, Kraft tanken, Frühstücken, ordentlich trinken, fotografieren und sich den nassen Buckel aufwärmen. Und staunen, wie ruhig es da heroben ist. Einzig ein hübscher Heißluftballon in Augenhöhe feuert sich selber an.

Mit dabei sind erstmalig die neuen Ultralight-Teleskop-Stöcke, die ich von meiner Schwiegermutter geschenkt bekam. Diese "Trail-Poles" von der französischen Aluminium- und Kevlar-Schmiede RaidLight lassen sich im nu in vier ca. 30 cm kurze Teile zerlegen, wiegen sagenhafte 120gr. pro Stock und haben einen Schweiß aufsaugenden Griff. Traumhafte Teile und super stabil! Damit beginnt sich, meine Bergsportausrüstung in Richtung Ultra-Light-Trail zu entwickeln.

Das Ende der Freiungen ist beim Kreuzjöchl erreicht. Hier gabelt sich der Weg zum Solsteinhaus und zu meiner nächsten Destination. Jetzt hab ich noch ein mehrstündige Tour über den Garberskopf zum Brunstkopf vor mir. Hier wird der Weg weder gepflegt, noch markiert. Immer wieder sind steile Abbrüche, die man dann halt im Laufschritt geschwind überwinden muss. Trotzdem ist's hier landschaftlich traumhaft schön. Es duftet nach Alpenrosen, die Latschen verströmen Harziges und die Losungen der Gämsen sind allgegenwärtig. In Richtung Osten wird in den Zirler Mähdern per Fichtenmopeds geholzt, nach Westen hin erstreckt sich das Mittenbergl mit dem Grieskarbach, der dann in den Schlossbach bei Zirl mündet. Ein riesiges Gebiet, das vermutlich nur von Jägern begangen wird.

Zum Abschluss gibts dann den oberschenkel-wärmenden Abstieg über den steilen, früher von Hagel geschädigten Wald, namentlich "Die Pleiner" bis nach Hochzirl. Und gut ist!

Freiungen Herbst 2010

Samstag, 2. Oktober 2010

It's time for a change

"Es ist 14 Uhr... die Nachrichten... Guten Tag, meine Damen und Herren... Guten Morgen, liebe Studenten!"

Ja, ja – solche Witze prasseln seit dem 10. September auf mich ein. Aber mal ehrlich: das Leben als Student ist auch nicht mehr so einfach. Vor allem, wenn man die ganzen Vergünstigungen, die ein Studentenausweis mit sich bringen würde, ab dem 30. Lebensjahr nicht mehr bekommt. 

Aber ganz von vorne. Ich tuckere jetzt jeden Freitag Mittag und Samstag ab 8 Uhr (von wegen langer Schlaf) mit meiner geliebten Fuoco 500 Richtung MCI, um tatsächlich zu studieren. Ich kann es noch gar nicht glauben! Anstrengend sind das Handschreiben (wer auf Computer arbeitet, weiß wovon ich rede), das aufmerksame Zuhören und Verstehen und die Naschereien der Mitstudenten zu ignorieren. Wir sind ein ganz bunt gewürfelter Haufen mit vielen HTL-Absolventen und einigen Paradiesvögeln, wie ich einer bin. Aber das macht ja alles so spannend. 

Und ganz ehrlich: Bei aller Anstrengung ist es das wert! Endlich wieder lernen und in einer Gemeinschaft etwas voranbringen. Ich bin schon gespannt, wie ich das sehe, wenn die ersten Klausuren anstehen.

Also, wie sagt der Grieche am Weerberg: Plenus venter facile disputat de ieiuniis

Pleisen-Stoffl

Heute wandelte ich schon frühmorgens mit einer rosaroten Plateau-Aurora auf Toni Gauggs Spuren und besuchte mit meinem Berg-Velociped die Pleisenhütte auf 1.757 Meter Höhe.

Geplant war eigentlich die Birkkarspitze via Karwendelhaus. Nur verpasste ich ob der morgentlichen Bettblindheit die unauffällige Abzweigung eben dorthin schon gleich in Scharnitz...

Diese lustige Hütte war vormals ein Schutzhaus, ist mit einem Lager für ca. 40 Bergsteiger gerüstet und Ausgangspunkt für Pleisenspitze (Winter und Sommer) und Larchetkarspitze (Winter). Ganz gut Ausgeschlafene gehen von hier aus über Hinterkar, Breitgrieskar und Brendelsteig in ca. 8 Stunden zum Karwendelhaus.

Nach öffentlichem Gewandwechselns von Rad auf Berg und einem Russen-Tee mit ordenltlich Kristallinem drinn, gings dann rauf zur Pleisenspitze auf 2.567 Meter über See. Aufgrund der vielen abgerundeten und bei einer feuchten Witterung wie heute sehr rutschigen Kalksteine muss das Wegelchen interessant für Glaciologen sein. Aber ich freu mich schon, wenn ich im Winter den Karwendel-Klapf mit Schneeschuhen besteigen kann.

Oben angekommen hatte ich gerade zu tun, mir statt des kurzen, signalblauen, dafür aber durchgeschwitzen Merinoleibchens und der abgetragenen kurzen Lieblings-Laufhose was Gscheites überzuwerfen. Bei waagrechtem Graupelsturm, reichlich Schnee, schlechter Sicht und Doris' gefrorener Pistazien auf Vanille Schoko konnte ich nur ein kurzes Beweisfoto aus dem Rucksack knipsen.

Mit klammen Fingern, perforierter Gesichtshaut und mager durchbluteten Knien gings dann wieder runter.

Miniaturgalerie Pleisen Stoffl

Donnerstag, 30. September 2010

Donnerstag, 23. September 2010

Nanopartikel im Umlauf...

Endlich ist er da, der neue iPod nano. So klein wie der legendäre Däumling, leicht wie Keks, schön in grünem eloxierten Aluminium und mit einem Clip - der wohl auf jede Kappe, Mütze, Krawatte? passt. Außerdem lässt sich der Bildschirminhalt in 90°-Schritten drehen. Mit Radio, "Analog-"Uhr, Diashow und Nike Pedometer. Hörbuch und Podcasthören war noch nie so fein. Und Mukke sowieso.

Mukke mit Spucke:

24 Stunden Musikgenuss bis zum nächsten mal aufladen, verspricht das techn. Datenblatt. Das sind in Euro dreimal acht Stunden Berwandern. Und wenn man des augenblicklichen Liedes überdrüssig wird, hilft kurzes Schütteln.

Radio-Aktiv:

Der FM-Empfang ist einwandsohne. Als Antennenkabel fungieren die Kopfhörer. Und wenn man die Nachrichten später fertighören will, kann man diese anhalten und spätest. nach 15 Minuten fertig losen.

Trainings-Rocker:

Durch den eingebauten Schrittzähler in Kombo mit den Nike + Joggingschuhen wird Geschwindigkeit, Dauer, Laufstrecke aufgezeichnet und lässt sich dann für Trainingsmotivation online stellen.

Dia-Showman:

Die Bilder aus Istanbul, Regensburg und vom letzten Klettersteig werden auf Wunsch automatisch herunterskaliert und dann via Itunes auf den neuen Wunderfuzzi raufgeladen. Gestochen scharf Bilder mit den üblichen genialen Diashoweffekten erwarten einen - aber die Fotos sind winzig wie Krümel.

Fazit:

Alles in allem: Daumen ganz weit nach oben. Und ich freu mich schon auf die nächste Wanderung!

Apple-Produktseite
Handbuch und in Deutsch

Samstag, 18. September 2010

Klaustronauth

Für Hobby-Astronomen wie mich ein Quell ewiger Freude: das eigene Sonnensystem. Und es gibt eine (flashfreie) Seite, die den Stern und die Bahnen seiner Planeten anschaulich zeigt. Sehenswert!

Link zur Website: Our Solar System

Und hier noch der sehr interessante Podcast von Chaosradio über das Sonnensystem

Samstag, 11. September 2010

Rassig, kurzatmig und doch ausgesetzt...

Während Martina ihren zweiten Studientag schon früh beginnen ließ (Abfahrt 7:15 Uhr - 4°C), hab ich mich eine Stunde später auf meine BMW-Wespe gesetzt und bin bei herbstlichen 8°C nach Hoch-Imst gedüst.

Noch klamm im Schritt und mit starrem Gebein hab ich mich dann am Parkplatz zur Freude der anwesenden weiblichen Locals komplett ausgezogen. Merino-Kurzarm und Montura-Ultra-Short waren gleich auf den braunen Leib gespannt und ab gings.

Längere Touren soll man in kleinere Segmente teilen - so die Theorie, so war ich auch in 45 Minuten auf der Untermarkter-Alm und in weiteren 90 Min. auf der Muttekopfhütte. Durch starken Feuer- und intensivem Maggigeruch hab ich mich aber nicht sehr lange aufgehalten. Weiter gings auf das Guggelesattele und dann zum Scharnitzkar.

Hier war der ersehnte Start der ganzen Expedition: der Imster Klettersteig. Dieser ist mit 800 Laufmetern nicht gerade der kürzeste, mit über 400 Höhenmetern mit dem Kaiser-Max-Klettersteig vergleichbar, sehr gut verlegt in rauhem Kalkgestein, mit einem kinderarmdicken XXL-Stahlkabel gesichert, zum guten Teil recht vertikal und leider nach eineinhalb Stunden auch schon wieder vorbei. Oben wurde ob der Höhe und der zurückgelegten Meilen kurz getaumelt, hat aber gottseidank keiner gemerkt.

Eine komplette Packung Mürbekekse mit Nougatfüllung aus der Konditorei Walter, gesponsert von meiner Schwiegermutter gaben mir auf halber Strecke wieder Kraft!

Der Abstieg ist nicht viel kürzer als der Zustieg, nur dass man eine ewig lange und durch unterschiedl. Steindiameter sehr schwierig zu befahrene Schotterreiße zu bewältigen hat. Unten wollte ich dann mit der größten Alpen-Achterbahn der Welt (so der griffige Slogan) hinunterdüsen, aber Rucksäcke sind nicht willkommen.

Wannen-Buckel-Schrupping, Swiss-Sport-Öling, zwei Portionen Fetucchini (sehr al dento) al Pesto di Genovese, mehrere Salate, ein ausgezeichnetes Stück Torta del Nusch aus dem Engadin, 4 Rippen Luftschoko und ca. zwei Liter Gaswasser hab ich schon hinter mir. Danke den Köchen und Spendern! Jetzt ist dann aber endlich Power-Couching angesagt!

Hier der Link zur Topo.
Und hier noch ein paar Zusatzfotos.

Döner, Muezins und Metropolen

Sultan-Ahmed-Moschee, besser bekannt als Blaue Moschee. Kuppel ist 43 m hoch. Gebaut Anfang 17. Jahrhundert.
Die Yerebatan-Zisterne: 140m x 70m mit über 300 Säulen, auch im Film "The International" zu sehen!
Laura vor dem Poster des Modern Museum in Instanbul. Verwirrend und zum Staunen
Unser Hotel, das wir gerne weiterempfehlen: klein, sauber und freundlich!
Wo der Diwan (Ort der Rechtssprechung) gleich zum Möbelstück mutierte: im Topkapi Palast
Simone, unsere "Leihtochter". Eine sehr angenehme und liebe Begleitung.
Hagia Sofia: ehemals byzantinische Kirche, spätere Moschee und heute ein Museum. Prachtvoller kann ein Bau nicht sein. Ein Muss für jeden Istanbul-Besucher.
Da glaubt man noch an "Alibaba und die 40 Räuber": unser charmanter Kaffeehausbesitzer im Großen Bazar.


Da wir nun jährlich eine interessante oder (Haupt-)Stadt in Europa kennenlernen wollen, fiel die Wahl heuer auf Istanbul. Auch der kleine Wink, dass Istanbul 2010 Kulturhauptstadt ist, war nicht ganz unwesentlich.

Wo soll ich bloß anfangen. Vielleicht bei den täglichen Putzkolonnen, die die Straßen im Bezirk Sultanahmet und der Altstadt so sauber halten.

Oder von der blauen Moschee, die Martina so tief beeindruckt hat. Oder die Yerebatan-Zisterne mit ihren unglaublichen Lichtspielen.

Die Hagia Sofia. Eine unglaubliche Architektur gepaart mit meterhohen Mosaikkünsten. Doch nicht vergessen soll man das Modern Museum of Instanbul sein. Ein toller Überblick über 50 Jahre moderne Kunst in der Türkei.

Der Topkapi-Palast lässt die Ära der Sultane wieder lebendig werden. Vor allem mit einem Audioguide (excellente Qualität mit kleinen Übersetzungs-Ausrutschern, wie z.B.: die öfters erwähnten Perlmuttern...) wird das Erlebnis noch intensiver.

Natürlich darf ich den Ägyptischen Basar (Gewürze) mit seinen intesiven Gerüchen oder den Großen Basar mit 1.000 Gold- und Silberschmuck-Geschäften auf gezählten 31 Hektar  nicht vergessen.

Eine Bosporus-Fahrt führte uns bis ans Schwarze Meer und erlaubte uns Ausblicke auf Holzhäuser direkt am Wasser, die die teuersten in Istanbul sind. Und im Stadtteil Karaköy umrundeten wir den Galataturm, der nahtlos in die geschäftigste Einkaufsstraße Istanbuls mündete, der Istikal Caddesi.

Auch das asiatische Viertel wurde besucht und über den Hafen Kadiköy gelangten wir in den Stadtteil Moda, der uns 2 Jeans für Stoffi bescherte.

Unsere Mitreisenden Laura und Simone haben sich mit uns "Alten" viel Mühe gegeben und wir genossen das Zusammensein mit den Beiden sehr und jeden Tag aufs neue.

Fazit: Istanbul ist definitiv ein "MUST" für alle Städtereisenden. Es hat alles, was das Herz begehrt. Sehenswürdigkeiten bis zum Abwinken, gemütliche Plätzchen zum Kaffeetrinken und Entspannen. Es ist unglaublich grün und hat im September auch angenehme Temperaturen. 

Einziger Kritikpunkt: Die ständige Anspreche der diversen Restaurant-Keiler. Guter Tipp: einfach ohne Blickkontakt weitergehen und nicht stehen bleiben.

Und hier noch der Link auf unsere Istanbul-Foto-Galerie. Bilder sind diesmal alle mit der Canon Eos 7d und 50mm Fixbrennweite aufgenommen worden.

Donnerstag, 2. September 2010

1.000 und eine Nacht




So kommen wir uns auch vor. Wir sind jetzt den 3. Tag in Istanbul und schon ganz verzaubert von der Stadt. Die ersten Highlights sind schon besichtigt. Darunter die Blaue Moschee und die Yerebatan-Zysterne. Vor allem die kleinen Gassen haben es uns angetan. Was uns am meistens erstaunt hat waren die vielen Parks und Grünflachen in der Altstadt. Und hinter jeder Ecke verbirgt sich eine neue Überraschung. Heute war Istanbul Modern drann. Das Museum für moderne Kunst. Sehr beeindruckend. Dannach ging's zum verkehrsreichsten Taksim Platz. Alles ist extrem sauber hier. Unglaublich, wenn man es z.B. Mit Griechenland vergleicht. Dannach ging's weiter zu den Body Worlds von Gunther von Haagen, der vermutlich. Aufgrund der Kulturhauptstadt Istanbul hier ausstellt. Bei dieser Ausstellung werden Leichen plastifiziert, dann in eine bestimmte Pose gebracht und ausgestellt. Zum Teil ein Aufwand von bis zu drei Jahren. Jetzt sind wir wieder ausgeruht und auf der Suche nach einem Abendbrot.

Samstag, 28. August 2010

(k)ein Fenstersturz in Prag

Nachdem wir uns aus dem Gassengewirr der Regensburger Altstadt befreit hatten, ging es zügig Richtung Osten. 

An der Grenze zu Tschechien wurden noch schnell diverse Tauschhandel getätigt, um für diese Fremdwährung ein Gefühl zu entwickeln. Durch riesige Wälder und Felder führte uns die Autobahn Richtung Prag.

Gottseidank hat unser Navi nur die westeuropäischen Karten im Programm (Sch.... TomTom) und somit kam Martina mit ihrem Orientierungssinn wieder voll zur Geltung!

Nach einer nervenaufreibenden Stunde erreichten wir glücklich und müde unseren Campingplatz, der auf einer Insel in der Moldau südlich der Altstadt lag. Kaum angekommen, ließen wir unser Hündchen noch kurz raus und schon warfen wir uns ins Getümmel der Prager Altstadt. Na, da staunten wir nicht schlecht. Eine unglaubliche Menschenmasse empfing uns nachdem wir die Straßenbahn verließen. Und das hielt bis weit in die Nacht an. Altstädter Ring, Rathaus mit astronomischer Uhr, Karlsbrücke, usw. Architektur soweit das Auge reichte und das bei traumhaften Wetter.

Am nächsten Tag ging es ans Eingemachte. Hinauf zur Prager Burg. Weder wild gewordenen Segway-Herden, einladende Biertische, hupende Autos noch Ströme von Touristen hielten uns auf. Mit letzter Kraft warfen wir unsere tschechischen Kronen der Ticket-Verkäuferin auf den Tresen und erhielten einen Audioguide in Ziegelsteingröße und -schwere. Ran ans Ohr und ab in den St. Veits Dom. Mein lieber Schwan ist der toll! Vor allem das Mucha-Glasfenster ist ein Traum und die düstere Stimmung trägt zum erfürchtigen Erschauern bei. Nur nicht schlapp machen, hieß es jetzt. Gleich auf der anderen Seite des Platzes wartete die Prager Burg mit ihrem "Fenstersturz". Nur das goldene Gässchen konnte nicht besichtigt werden, da hier gerade Renovierungsarbeiten durchgeführt wurden.

Nach der stundenlangen Kultur kam der Kommerz nicht zu kurz und wir ließen uns erschöpft einen Starbucks-Kaffee samt Zimtschnecke munden. Nun wurde noch die Moldau auf der Karlsbrücke überquert, dabei diversen Zeichenkünstlern über die Schulter geschaut und schon waren wir im Gassengewirr der Altstadt verschwunden. Nach einem wunderbaren Essen im "Culinarium", einem Bioladen, wurde die Alstadt noch zu Fuß erkundet.

Mit einem kulinarischen Stopp bei PAUL, einem exquisten Brot- und Patisseriegeschäft aus Frankreich, kehrten wir müde und voller schöner Eindrücke zum Campingplatz zurück. Mit einem Pilsner Urquell bewaffnet, ruhten wir uns am Ufer der Moldau aus.

Am nächsten Tag war leider schon wieder die Abreise fällig. Auf dem gleichen Wege ging es in die Heimat zurück, nur unterbrochen von einem 30 km Stau vor München, den wir aber locker und guten Mutes wegsteckten.

FAZIT: Prag ist sehenswert, historisch und teilweise kunsthandwerklich interessant, sirenenschwanger, voller Menschen und eine Reise wert!


Link auf die kleine Prager Bildergalerie!

Donnerstag, 26. August 2010

Männer, die auf Ziegel starren...

Am 19. August im Jahr des Herrn gings mit unserer Mobilvetta ab in die Pampas Oberpfalz. Oft von meinem Papa lautstark besungen, und von Pia und Alex eindringlich empfohlen, wollten wir uns am Weg zu den Tschecheranten die Stadt Regensburg mal ansehen. Frei Motto: "Planung ist Ersatz des Zufalls durch den Irrtum."

Die Stadt im Freistaat Bayern ist ungefähr so groß wie Innsbruck, man sieht es ihr aber nicht an. Entzückende Gassen mit allerlei seltsam klingenden Gewerbebetrieben, Touristenführer mit überlangen Regenschirmen, Hutmacher u.v.i.d.A. (und vieles in dieser Art) tat uns im Auge und Gemüt sehr wohl.

Regensburg liegt an der Donau, das merkt man auch gleich am regen Schiffsverkehr. Bevor man dort ankommt, begleitet einen längere Zeit der Ausblick auf tiefen Bayerischen Wald - man riecht förmlich all die Schwammerlen heraus -  und wenn man weiterfährt und zum Beispiel klettern will, ist man in der Fränkischen Jura auch nicht schlecht beraten.

Regensburg, als eine der ältesten Städte und eines der ältesten Bistümer Deutschlands, und hat kulturell damit einiges zu bieten. Also genau das richtige für Martina. (Ich bin ja oft schon mit trockenem Karwendel-Kalkgestein zufriedenzustellen.) Neben der entzückenden Mittleren Altstadt muss man die Steinerne Brücke und den Regensburger Dom gesehen und betreten haben.

Außerdem sollte man einmal im Leben in der "Ersten Bayerischen Dampfnudelbäckerei" und bei der "Lederwaren UMSONST KG" gewesen sein. Und Konditoreien haben die dort, mannomann, da mögen sich die unsrigen aber mal ganz schön warm anziehen!

Hier der Link auf die neue Regensburg-Galerie

Sonntag, 22. August 2010

Brunstkopf, na servus!

Bewaffnet mit Zitronenmanner, Foto-Klapperatissmus, iPhone und Platypus-Trinksystem hab ich mich um 4 Uhr dann doch aus dem Bett gewälzt. Der Berg ruft!

Auf leisen Sohlen wurden schnell ein paar Podcasts geladen, die Stirnschlampe mit frischer Energie versorgt, die Stöcke auf "Aufwärts" eingestellt, das Schuhwerk verzurrt und los gings um Dreiviertelfünfe bei tiefster Dunkelheit.

Rauf über taunasses Gelände zu meiner Lieblingsdestination "Nördlinger Hütte" (2.239m) hier zeigte sich bereits, dass ein traumhafter Sommertag zu erwarten war. Dann wieder runter auf den "Ursprungsattel" (2.096m), hier hab ich trotz starkem Geruchs frischer Gamslosungen ein kleines Frühstückchen zu mir genommen, in Form von Wasser und reformierter Haselmarkschnitten. Weiter gings rüber zu den "Wimmertürmen" (2.146m), vorbei an den "Freiungenspitzen" und wieder rauf auf die "Kuhlochspitze" (2.297m). Hier musste dann die restliche karge Verpflegung - die Zitronenmanner und ein paar Schluck Wasser drann glauben. Doch der Blick auf den kargen Karwendel und die unten im Schatten versunkene Eppzirler Alm entschädigten für vieles.

Nach einem kurzen Rastl gings wieder hinunter, zuerst über das Kreuzjöchl (2.043), dann zum Garberskopf (1.903m), vorbei an den Brunnenschrofen zum Brunstkopf (1.719m Name war Programm...) und dann über die Pleiner durch den Wald runter auf 994m zum Landeskrankenhaus Zirl, und noch weiter runter zur Schlossbachklamm und drüben wieder rauf nach Leithen... 8 Stunden später waren meine Füße und ich wieder daheim. Martina hatte für Mittag gottseisgelobt schon viel eiskaltes Trinkbares und ein leckeres Knödelduett vorbereitet.

Mit ff. Podcasts gehts gleich viel leichter: Bits und so, mobilemacs, Das Computermagazin - B5 aktuell, Leonardo im WDR 5, O'Reilly Kolophon, SWR2 Wissen

Brunstkopf

PS.: Wer mit dem iPhone auf Tirols Bergen unterwegs ist, dem empfehle ich die App "GPS-Tracks" eines Schweitzer Programmierers. Diese zaubert einem in Österreich die Topokarte von Kompass, Maßstab 1:25000 mit Höhenlinien, Bergnamen, Wegenetz u.ä. auf das Telefon. Diese Karten kann man vorab kostenlos auf das Handy laden, damit benötigt man unterwegs keinen Internetzugang. Funktioniert einwandsfrei und kostet nix! Dadurch, dass einem die aktuelle, eigene Geolocation angezeigt wird, findet man jetzt Wege, die man schon lange gesucht hat.