Mittwoch, 27. Oktober 2010

Tschüssi, Hüttenzauberlehrlinge...

Bye bye Nördlinger Hütte, zumindest für dieses Jahr. Wir sehen uns wieder 2011 - in gewohnter Frische! Wenn Dein Material-Seilbahn-Hütten-Türl wieder offen ist, Deine zwei weithin sichtbaren Fahnen im Jochwind flattern, die kleine Materialseilbahn hinaufschleicht und die als kleine Punkte wahrnehmbaren Bergsteiger Dich wieder zahlreich besuchen...

Auf dass im neuen Jahr wieder Rekordzeiten gebrochen, Kaspressknödel verdrückt und Bergmetten zelebriert werden.

Mitterbergl

Dienstag, 26. Oktober 2010

Wonderblattln

Es gibt wenige Sachen, die ich lieber mache, als mit Aimee, unserer Bulldozer-Dame, dem Podcast-Knopf im Ohr und einer digitalen Spiegelreflex am Gelenk durch die sonnendurchfluteten Wälder in der nahen Umgebung zu streifen!

Überall tropft's, Baumlawinen versperren einem die Sicht, Aimee genießt die frische Fauna. Die bunten Blattln wurden erst zu einem geringen Teil abgeworfen - dafür ist aber das kalte Puder mit Ende Oktober recht forsch drann.

Montag, 25. Oktober 2010

Ausgesetzt am Mitterbergl!

Ich bin immer auf der Suche nach ausgefallenen Touren in unserem näheren Umkreis - abseits der germanischen Trampelpfade.

Lange gesucht - und dann schnell von Martina und mir gefunden:

Vom Leithener Bahnhof aus gehts in Richtung Schlossbachklamm. Nach ein paar hundert Meter biegt man links in Richtung Kaiserstand ab und kommt zu einem Umkehrplatz für Jäger und Holzarbeiter. Von da gehts dann ohne Wegmarkierung auf einem Jäger- und Gamssteig in Richtung Norden zu einem großen Jägerstand. Aufgrund der zahlreichen Losung schließe ich, dass mehr Gämsen als Jäger unterwegs sind. Ab und an müssen schlecht befestigte Wege, Halden und Reisen überwunden werden. Vom Jagdstand gehts dann unter steilen und überhängenden Schrofen mehr oder weniger geradewegs durch langgezogene Latschenwälder in Richtung Ursprungsattel.

Nordöstlich präsentiert sich dabei einem das 1.700 m hohe Mitterbergl und östlich bekommt man einen guten Eindruck vom Kreuzjöchl, Garberskopf und Brunstkopf.

Landschaftlich sehr empfehlenswert, gutes Schuhwerk und eine abgeschlossene Lebensversicherung auch! Und mann sollte solche Wanderungen nicht bei abklingendem Regenwetter und heranziehendem Schneetreiben machen...

Donnerstag, 21. Oktober 2010

What a wonderful world

Gestern kamen wir nach einer tollen Lesung mit Thomas Raab (sehr humoriger Mann) um ca. 22:30 noch fast bis nach Hause. Gut, eine kleine Schlitterpartie kurz vor dem Ziel kann man dem armen Auto schon verzeihen. Nur mit Sommerreifen bewaffnet durch fast 15 cm Schnee ist auch nicht lustig.

Heute wagte ich mich mit Unterstützung meines Mannes doch noch das Auto bis zum Büro von comdesign zu fahren. Und was soll ich sagen? Der Wagemut hat sich bezahlt gemacht. Die Wolken verschwanden und die liebe Sonne ließ das Eis auf den Straßen schmelzen. Belohnt wurde die Crew mit einer glitzernden Schneelandschaft.

Samstag, 16. Oktober 2010

Drachenzähmen - leicht gemacht

Ein verregneter Samstag, die Uni ist gerade aus und das Essen im Baucherl. Was sollte es noch schöneres geben, als gemütlich auf der Couch zu liegen und zum Einschlafen einen Film anzuschauen! Flugs einen Film ausgesucht und los geht's!

Der Film heißt "Drachenzähmen leicht gemacht" (Nein, er handelt nicht von meiner Familie) und einschlafen kann man dabei sicher nicht. Denn Dreamworks hat da wieder einen großen Wurf gelandet. Wir sind in der Zeit der Wikinger, die nur ein winziges Problem in ihrem Dorf haben: Drachen!! Sie stehlen das Vieh und alles, was sie zum Essen finden können. Aber da ist noch ein Junge, der sieht diese Tiere ganz anders!

Neben der liebevollen Gestaltung und der unglaublichen Animation, finde ich die Dialoge und die Story sehr gelungen. Und die Drachen sind einfach nur süß. Also, gemütlich zurücklehnen und genießen. Es lohnt sich. 5 von 5 angekokelten Wikingerhäusern.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Patagonia-Zelt auf Umwegen


Nach monatelangem Jammern habe ich es endlich geschafft: ich habe eine Unitasche! Was heißt da Tasche. Das ist schon fast ein ausgewachsenes Zelt. 

Und als stilbewusste Frau habe ich mich da ganz auf meinen Mann verlassen. Und beim ihm als absoluten Markenfetischist konnte nur eine bestehen: die Patgonia Half Mass in "Autumn Leaf"-Ocker.

Ein Traum von einer Tasche. Und natürlich aus Recycling-Material. Was will man als Umwelttechnik-Studentin mehr? DANKE!!

Sonntag, 10. Oktober 2010

Albino-Waldkrokodil in Reith

Zwischen dem Möserer Steig und dem Hochleithenkopf liegt das Mösl, ein äußerst idyllisches Waldstück bei uns in Auland.

Schwammelen, Moosbeeren, Mischwald, Rösser, Stacheldraht, Rehkadaver, Schwarzbauten - alles findet man hier. Von hügelig, über sonnendurchflutet bis Finsterwald.

Und vor allem für Lauras weißen Albino Bully "Momo" sind die tiefschwarzen, moorastigen Sümpfe eine Wohltat für Pelz und Kragen.

Schön wars und alle haben wir es genossen!

Samstag, 9. Oktober 2010

Stoffl Ultra-Light

4.30 Uhr: die senile Bettflucht treibt mich aus der Bettstatt. Fertig geträumt. Samstag ist. Auf zu neuen Abenteuern.

Die Peristaltik arbeitet bereits. Die Weißen aus dem Perlland werden noch geschrubbt, ein Duftele gesprüht und noch schnell zwei Peanutbutter-Stullen geschmiert und Ovo-Schokis eingepackt.

Auf gehts mit der Petzl Sparstirnlampe E+Lite© bei tiefster Dunkelheit in Richtung oben.

Auf halber Strecke zum Joch werden die Platypus Trinkblasen mit Eiskaltem befüllt. Hier ist die einzige Quelle auf meinem Weg durch den Karwendel.

Zwei Stunden später bin ich am Grad und es dämmert bereits. Jetzt kann ich noch schnell Martina anrufen, die sich bald auf den Weg zur Uni macht. Auf der Nördlinger Hütte, 2.000 m über dem Meer, wird bereits eingeheizt, es duftet nach Zivilisation und ich sehe schon, wie sich die ersten Alpenvereins-Mitglieder aus den Stockbetten bemühen.

Weiter gehts! Ich kann jede Menge Gämsen ausmachen. Die Kletterkünstler stehen mit ihren Kitzen regungslos in den Schotterreißen und beobachten mich. Nachdem ich nicht wie Robin Hood bekleidet bin und auch keinen Schießprügel geschultert habe, werde ich als nicht gefährlich eingestuft.

Ich freu mich schon auf die ersten Sonnenstrahlen. Das heißt dann, Kraft tanken, Frühstücken, ordentlich trinken, fotografieren und sich den nassen Buckel aufwärmen. Und staunen, wie ruhig es da heroben ist. Einzig ein hübscher Heißluftballon in Augenhöhe feuert sich selber an.

Mit dabei sind erstmalig die neuen Ultralight-Teleskop-Stöcke, die ich von meiner Schwiegermutter geschenkt bekam. Diese "Trail-Poles" von der französischen Aluminium- und Kevlar-Schmiede RaidLight lassen sich im nu in vier ca. 30 cm kurze Teile zerlegen, wiegen sagenhafte 120gr. pro Stock und haben einen Schweiß aufsaugenden Griff. Traumhafte Teile und super stabil! Damit beginnt sich, meine Bergsportausrüstung in Richtung Ultra-Light-Trail zu entwickeln.

Das Ende der Freiungen ist beim Kreuzjöchl erreicht. Hier gabelt sich der Weg zum Solsteinhaus und zu meiner nächsten Destination. Jetzt hab ich noch ein mehrstündige Tour über den Garberskopf zum Brunstkopf vor mir. Hier wird der Weg weder gepflegt, noch markiert. Immer wieder sind steile Abbrüche, die man dann halt im Laufschritt geschwind überwinden muss. Trotzdem ist's hier landschaftlich traumhaft schön. Es duftet nach Alpenrosen, die Latschen verströmen Harziges und die Losungen der Gämsen sind allgegenwärtig. In Richtung Osten wird in den Zirler Mähdern per Fichtenmopeds geholzt, nach Westen hin erstreckt sich das Mittenbergl mit dem Grieskarbach, der dann in den Schlossbach bei Zirl mündet. Ein riesiges Gebiet, das vermutlich nur von Jägern begangen wird.

Zum Abschluss gibts dann den oberschenkel-wärmenden Abstieg über den steilen, früher von Hagel geschädigten Wald, namentlich "Die Pleiner" bis nach Hochzirl. Und gut ist!

Freiungen Herbst 2010

Samstag, 2. Oktober 2010

It's time for a change

"Es ist 14 Uhr... die Nachrichten... Guten Tag, meine Damen und Herren... Guten Morgen, liebe Studenten!"

Ja, ja – solche Witze prasseln seit dem 10. September auf mich ein. Aber mal ehrlich: das Leben als Student ist auch nicht mehr so einfach. Vor allem, wenn man die ganzen Vergünstigungen, die ein Studentenausweis mit sich bringen würde, ab dem 30. Lebensjahr nicht mehr bekommt. 

Aber ganz von vorne. Ich tuckere jetzt jeden Freitag Mittag und Samstag ab 8 Uhr (von wegen langer Schlaf) mit meiner geliebten Fuoco 500 Richtung MCI, um tatsächlich zu studieren. Ich kann es noch gar nicht glauben! Anstrengend sind das Handschreiben (wer auf Computer arbeitet, weiß wovon ich rede), das aufmerksame Zuhören und Verstehen und die Naschereien der Mitstudenten zu ignorieren. Wir sind ein ganz bunt gewürfelter Haufen mit vielen HTL-Absolventen und einigen Paradiesvögeln, wie ich einer bin. Aber das macht ja alles so spannend. 

Und ganz ehrlich: Bei aller Anstrengung ist es das wert! Endlich wieder lernen und in einer Gemeinschaft etwas voranbringen. Ich bin schon gespannt, wie ich das sehe, wenn die ersten Klausuren anstehen.

Also, wie sagt der Grieche am Weerberg: Plenus venter facile disputat de ieiuniis

Pleisen-Stoffl

Heute wandelte ich schon frühmorgens mit einer rosaroten Plateau-Aurora auf Toni Gauggs Spuren und besuchte mit meinem Berg-Velociped die Pleisenhütte auf 1.757 Meter Höhe.

Geplant war eigentlich die Birkkarspitze via Karwendelhaus. Nur verpasste ich ob der morgentlichen Bettblindheit die unauffällige Abzweigung eben dorthin schon gleich in Scharnitz...

Diese lustige Hütte war vormals ein Schutzhaus, ist mit einem Lager für ca. 40 Bergsteiger gerüstet und Ausgangspunkt für Pleisenspitze (Winter und Sommer) und Larchetkarspitze (Winter). Ganz gut Ausgeschlafene gehen von hier aus über Hinterkar, Breitgrieskar und Brendelsteig in ca. 8 Stunden zum Karwendelhaus.

Nach öffentlichem Gewandwechselns von Rad auf Berg und einem Russen-Tee mit ordenltlich Kristallinem drinn, gings dann rauf zur Pleisenspitze auf 2.567 Meter über See. Aufgrund der vielen abgerundeten und bei einer feuchten Witterung wie heute sehr rutschigen Kalksteine muss das Wegelchen interessant für Glaciologen sein. Aber ich freu mich schon, wenn ich im Winter den Karwendel-Klapf mit Schneeschuhen besteigen kann.

Oben angekommen hatte ich gerade zu tun, mir statt des kurzen, signalblauen, dafür aber durchgeschwitzen Merinoleibchens und der abgetragenen kurzen Lieblings-Laufhose was Gscheites überzuwerfen. Bei waagrechtem Graupelsturm, reichlich Schnee, schlechter Sicht und Doris' gefrorener Pistazien auf Vanille Schoko konnte ich nur ein kurzes Beweisfoto aus dem Rucksack knipsen.

Mit klammen Fingern, perforierter Gesichtshaut und mager durchbluteten Knien gings dann wieder runter.

Miniaturgalerie Pleisen Stoffl