
Durchwachsene Wetterverhältnisse ließen Martina und mich morgens zeitig in Richtung Telfs starten. Von dort gings mit unserem Kangoo noch ein bissl hinauf nach Norden zum Gasthof Lehen (ca. 700 M.ü.M.). Anschl. geht man ca. 2 Std. bis zum
Adler-Klettersteig-Einstieg auf 2.055m.
Während Martina zur
Niederen Munde weiterkämpfte, machte ich den
Klettersteig bei Schneetreiben, Graupelschauern und Dauerregen. Hier gehts zur
Topo.
Diese Ferrata wurde im Oktober 2008 eröffnet und heuer nach dem heftigen Winter bereits renoviert.
Ich war sehr angenehm angetan von dem massiven Stahlseil, das meißtens gegen den ungewünschten Fallstoß ein bissl Spiel hat und ca. 550m bis zum Karkopf auf 2.469m führt. Bei den Trittbügeln wurde dankenswerterweise gespart. Diese sind wirklich nur dann eingebohrt, wenn nichts anderes zum Draufstehen da ist. Die Seilenden sind schön verstaut, die Befestigungen massiv, man zieht sich nirgendwo metallene Schiefer ein, die Aussicht ist (außer bei Nebel, wie heute, grrrr) atemberaubend. Und die Klettersteigbauer sind kreativ an die Sache rangegangen: auf Fels gedruckte Adlerstempel statt den üblichen Kleksen in Monatsrot, Routen durch glatte (bei Nässe allerdings rutschige) und luftige Platten, steile Passagen, Kamine für Spreizschritt-Fetischisten, Kanten und Grate.
Oben auf dem Karkopf muss man g'schwind noch einen Gipfelbucheintrag machen, aber dann gehts wieder hurtig über Schotterflächen, strukturierte Wiesen, arschglattem Wurzelwerk und schmutzige Schneeflächen vorbei an Schafherden bis zu Alplhütte auf 1.504. Hier wartete meine Frau schon ungeduldig auf mich, leicht angeheitert ob der konsumierten Radler! Alles in allem ein erlebnisreicher Sonntag.